Heizungsexperte: Eine gewartete Wärmepumpe kann 15 Jahre und länger halten
Luft-Wasser-Wärmepumpen gelten als besonders effizient und umweltfreundlich. Sie sind wartungsarm, doch wer ihre Vorteile möglichst lange nutzen möchte, sollte einige wichtige Punkte beachten. Ein Heizungsexperte erklärt, was Eigentümer von Einfamilienhäusern tun sollten, damit ihre Wärmepumpe 10–15 Jahre oder sogar länger zuverlässig arbeitet.
Laut Mindaugas Beniušis, Leiter der Abteilung Heizung und Klimatisierung bei Baltic Refrigeration Group, benötigt eine korrekt dimensionierte und fachgerecht installierte Luft-Wasser-Wärmepumpe nur minimale Wartung.
„Wir empfehlen unseren Kunden, einmal im Jahr einen Servicedienst zu beauftragen. Dabei werden die Wasserfilter im System gereinigt, der Druck im Heizungs- und Kältemittelkreislauf überprüft und bei Bedarf angepasst“, erklärt M. Beniušis.
Ebenso wichtig ist es, im Rahmen der jährlichen Wartung den Wärmetauscher der Außeneinheit von Verschmutzungen zu reinigen.
„Durch den Wärmetauscher strömt eine große Luftmenge. Staub, Blätter oder andere Verschmutzungen können sich ablagern und die Leistung beeinträchtigen. Befindet sich das Haus in einer besonders staubigen Umgebung, empfehlen wir, den Wärmetauscher mindestens zweimal jährlich zu reinigen“, so der Experte.
Wasserspeicher regelmäßig reinigen
Luft-Wasser-Wärmepumpen reagieren empfindlich auf die Wasserqualität. Einer der größten Feinde der Anlage ist Kalk.
„Die Wasserqualität sollte den geltenden Hygienevorschriften entsprechen. In manchen Regionen ist das Brunnenwasser jedoch sehr hart. Stark kalkhaltiges Wasser schädigt Bauteile der Wärmepumpe, verringert deren Effizienz und verkürzt die Lebensdauer. Ein verkalkter elektrischer Heizstab gibt weniger Wärme ab, verbraucht jedoch gleich viel Strom. Ein verkalkter Wärmetauscher behindert zudem den Wasserdurchfluss. Wasserenthärtungsanlagen sind daher nicht nur für die Trinkwasserqualität wichtig, sondern auch für den zuverlässigen Betrieb der Wärmepumpe“, erläutert M. Beniušis.
Er empfiehlt, Warmwasserspeicher mindestens einmal jährlich zu reinigen und zu desinfizieren. Viele Hersteller statten die Speicher mit speziellen Revisionsöffnungen im unteren Bereich aus, um die Reinigung zu erleichtern.
„Leider befolgt nur ein kleiner Teil der Nutzer diese Empfehlungen. Gelangen Verunreinigungen ins Trinkwassersystem, sammeln sich mit der Zeit Ablagerungen am Boden des Speichers. Deshalb sollte mindestens einmal im Jahr das Wasser abgelassen und der Speicher gründlich gereinigt werden“, betont der Vertreter von Baltic Refrigeration Group.
Besonders wichtig ist auch die Legionellenprävention. Die Temperatur im Warmwasserspeicher sollte regelmäßig auf mindestens 60 °C gehalten werden, da bei dieser Temperatur Legionellen abgetötet werden. Diese Bakterien vermehren sich bei Temperaturen zwischen 20 und 45 °C. Manche Nutzer schalten aus Energiespargründen die automatische Desinfektionsfunktion ab – was gesundheitliche Risiken birgt.
„Viele Wärmepumpen sind so programmiert, dass sie einmal pro Woche die Warmwassertemperatur automatisch auf 66 °C oder höher anheben. Diese Funktion sollte nicht deaktiviert werden. Um diese Temperatur zu erreichen, wird der elektrische Heizstab zugeschaltet. Aus Spargründen schalten manche Nutzer ihn jedoch ab oder begrenzen seine Nutzung – dadurch wird die notwendige Temperatur zur Legionellenprävention nicht erreicht“, warnt M. Beniušis.
Unsachgemäße Nutzung verkürzt die Lebensdauer
Die häufigste Ursache für Schäden an Wärmepumpen sind Spannungsschwankungen oder Störungen in der Stromversorgung, die elektronische Steuerplatinen beschädigen können. Doch auch falsche Nutzung kann die Lebensdauer erheblich verkürzen.
„Wärmepumpen sind so konzipiert, dass an sehr kalten Wintertagen der elektrische Heizstab unterstützend arbeitet. Manche Nutzer deaktivieren ihn jedoch aus Kostengründen oder stellen ihn so ein, dass er erst bei Außentemperaturen von etwa -25 °C aktiviert wird. Bei solch niedrigen Temperaturen wird der Kompressor stark belastet. Das führt langfristig zu einem Leistungsabfall und kann die Lebensdauer der Wärmepumpe auf etwa fünf Jahre verkürzen“, erklärt M. Beniušis.
Hinweise auf einen Defekt sind ungewöhnliche Geräusche oder eine reduzierte Leistung, beispielsweise längere Aufheizzeiten für Warmwasser oder eine unzureichende Raumtemperatur. In der Regel zeigt das Bedienfeld Fehlermeldungen und deren Ursachen an. Treten die Störungen wiederholt auf, sollte ein Fachbetrieb hinzugezogen werden.
In den meisten Fällen werden defekte Bauteile ausgetauscht. Laut Gesetz gilt für Wärmepumpen eine zweijährige Gewährleistung. Für NORDIS Wärmepumpen bietet der Hersteller drei Jahre Garantie, mit zusätzlichem Servicevertrag sogar fünf Jahre.
„Ein Servicevertrag ist günstiger als eine Reparatur im Schadensfall – zumal manche Ersatzteile kostspielig sind. Mit einem Wartungsvertrag wird die Wärmepumpe jährlich von einem Fachmann überprüft. Bei richtiger Pflege kann sie 10–15 Jahre oder länger zuverlässig arbeiten“, so M. Beniušis.











